wolke7
Timogras
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Luisas Geburtstag

 

Es war eigentlich ein ganz gewöhnlicher Sommertag.

Die Sonne schien, wie es sich gehörte, die Kühe grasten gemütlich

auf der Weide und die Kätzchen schnurrten behaglich in der Sonne..

Halt, ich habe ja ganz vergessen, euch Luisa vorzustellen.

 

Luisa ist ein kleines hübsches blondes Mädchen. Die Haare trägt sie immer

zu einem Pferdeschwanz gebunden. Das sieht lustig aus, wenn sie rennt.

Dann wippt er so komisch und Timo, Luisas kleiner Bruder prustet vor Lachen.

Luisa hat freche kleine Sommersprossen auf der Nase das sieht aus,

wie kleine Farbkleckse. Eine kleine Brille muss sie manchmal tragen und

von Rüschen und Röckchen hält sie gar nichts, auch nicht an diesem Tag, an dem sie Geburtstag hat.

So, nun kennt ihr Luisa ein wenig. Um sie geht es in diese Geschichte oder sagen wir lieber,

ohne Luisa wäre sie gar nicht geschrieben worden .

 Aber nun zurück zur Geschichte.

 Luisa hatte also an jenem gewöhnlichen Sommertag Geburtstag. Na und wenn man

Geburtstag hat, dann kommen meistens viele Gäste und die bringen wiederum viele

Geschenke. Es ist ja auch etwas ganz Besonders, wenn man 6 Jahre alt wird.

So war das auch bei Luisa. Begeistert packte sie ein Geschenk nach dem andern aus.

Sie strahlte vor Freude. Das letzte bunte Päckchen wartete darauf geöffnet zu werden.

 Ganz andächtig, mit einem ernsten Gesichtsausdruck, löste Luisa die rote Schleife.

Was meint ihr, was sie aus dem lästigen Papier heraus kramte?

 „Mein allererstes Lesebuch“, jubelte Luisa und fing sofort an zu blättern.

Stolz schaute sie über ihre kleine Brille die Geburtstagsgäste an.

„Ätsch, es gibt es doch das Geburtagswünschemännchen“, triumphierte sie, und hüpfte vor Freude von einem Bein aufs andere.

„Ach, von wegen Luisa, du hast doch bereits genug von solchen Bilderbücher,

das ist doch nichts Besonderes“, meinte Michael, ihr Kindergartenkumpel.

„Woher willst du denn wissen, dass es ein Bilderbuch ist? Kommt schaut Euch das einmal an!“

Das liessen sich die Gäste nicht zweimal sagen denn schliesslich hatten sie auf diese Aufforderung lang genug immerhin sechseinhalb Minuten warten müssen.

Wie der Blitz sausten die Freunde nach vorne. Es gab so manchen Ellbogenstoss, um einen guten Platz zu ergattern.

„Bitte, nun passt doch auf, ihr macht es ja kaputt“, schimpfte Luisa. Sie hielt das Buch ganz hoch, damit keiner daran reissen konnte.

 "Das ist ja ein richtiges Erwachsenenlesebuch", sagten die Freunde und zuckten bedauernd die Schulter. Na ja, dass man da erst einmal lesen lernen müsste, maulte Michael während Susi bemerkte, dass nicht ein Bild darin zu finden sei.

Nur Luisa strahlte wie ein Honigkuchenpferd.

Wie sehr sie sich dieses Buch gewünscht hatte, erzählte sie dann. Sie wolle unbedingt lesen lernen, weil Bilderbücher doch langweilig seien, erzählte sie mit roten Bäckchen und richtig erwachsenem Gesichtsausdruck. Luisa schüttelte so aufgeregt den Kopf, dass sie gar nicht bemerkte, wie sich ihr Pferdeschwanz öffnete.

„Puh, lesen lernen das ist ja so schwer“, tönte da Michael und erzählte, wie schlimm es seinem grossen Bruder doch in der Schule gehe, na ja und überhaupt, dass Luisa einen grossen Knall hätte war seine feste Meinung an jenem Nachmittag!

Bei Luisa wollte keine rechte Lust zum Spielen und Toben mehr aufkommen.

Sie saß in Vaters Schaukelstuhl und versuchte vergeblich, die Buchstaben in dem grossen Buch zu lesen. Neben ihr im Gras lag das ganze bunte Geschenkpapier in dem es unbemerkt schon eine Weile laut raschelte. Luisa hatte es vor lauter Eifer nicht wahrgenommen. Nun schaute sie doch neugierig auf diesen kleinen bunten Haufen.

Ob sich da wohl eine Maus verirrt hatte? Der Wind konnte es nicht sein, denn das hätte sie gespürt. Was man nicht verstehen kann, muss man auskundschaften beschloss sie.

Luisa  begann, mit einem kleinen Stöckchen, vorsichtig in dem Papier herumzustochern. „Aua, aufhören bitte“ flehte da eine piepsige Stimme! Was war das denn?

Erschrocken lies sie das Stöckchen fallen und begann ganz vorsichtig das Papier auseinander zu zupfen. Plötzlich schauten sie zwei grosse Kulleraugen durch eine Brille

vorwurfsvoll an. Ein kleines Wesen krabbelte keuchend aus den Papierresten an die Oberfläche.

“Wer bist Du denn”, war alles, was Luisa noch sagen konnte, bevor sie auf dem Hosenboden im Gras landete.

© Celine Rosenkind

Fortsetzung folgt

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